17.08.2025/KW 34 – Mariechen will hieraoten...
Mariechen is´ne gans resolute Frou. Sei is nich mehr dei Jüngste, aower noch gout touwäge. Dat Mallör is, dat sei noch immer nich denn passenden Kerl funnen hätt. Dorbi häff sei sick doch soläwe all rögt, masse Taschkendeuker falln laoten un Kerls nouch anstött. Doch kienein häff anbäten.
Einmaol har sei sick gans wat Besünneres utsöcht. Sei har ein Kerl gans besaopen maokt un wör dormit nao‘n Pastor hentaokelt. „Dat draff ja wull nich wohr wän, dat kann doch wull nich angaohn“, har Pastor ehr utschulln. „Dor kumm man mit woller, wenn dei Junge nöchtern is!“. Mariechen dorup: „Dann wedd et aower nix. Dann will hei mi nich mehr häbben..!“
Dat schall sick aower nu ännern, sei will naon Stopplelmarkt un dor einen Wohrsägger upseuken. Sei fraogt sick dör un buld find sei uck eine Frou, dei ehr gefallt.
Dat Menschke leggd fors los, as Mariechen ehr denn eiersten Schien up‘n Dischk packt: „Oh, dat wedd wat, dat sütt richtig gout ut“, fang sei.gans upgerägd an. „Ick seih dor‘n groten un staotlichen Mann loopen, dei…“
Mariechen ünnerbräck ehr: „Ick legge di dor fors noch‘n groten Schien toubi, wenn du mi säggst, wi ick denn toupacken krigg..!“
„Ja, dat kann ick nu aower nich“, sägg dei Frou, „dor mott jou dann sülwes wat tou infalln.“
„Weiß denn, off dei all verhieraot wör“. fraogt Mariechen wieter, „ein Witwer will ick nich häbben, ick will mien Kerl sülwes ertrecken. Hei kann mienetwägen uck suupen, aower dat Säggen will ick beholln!“
Dei Frou kick ehr grot an, stäck schnell denn Schien weg, schüddelt mit’n Kopp un sägg: „Wenn gi sowat seukt, dat kann ick jou nur raoen, gaoht nao näbenan, villich giff et dor so ein‘n inne Geisterbaohn…
Kategorie: Bi us tou Huus…
Stoppelmarkt…
Oma Threschken waohnde all lange in Mönsterland. Aower gebörtig köm se ut Vechte. Dat seet ehr so in Blout, dat sei, wenn sei uck all‘n Tacken öller wör, noch jeds Johr nao Stoppelmark möss.
Wie immer fäuherde sei dor midde Baohn hen. Uck dit Johr. Sei har sick in‘n Abteil kommoudig tourecht sett‘t, as dei Schaffner köm. „Ihre Fahrkarten bitte!“ Dissen Kommandoton kennde sei. Sei haolde ehre Korten rut un geew üm dei.
„Diese Fahrkarte ist nicht gültig“, hörde sei, „diese Karte ist für‘ne normale Beförderung. Wir sind hier aber in einem Schnellzug“, köm dor achteran.
Oma keek üm’ne Tiedlang an un sä gans langsaom: „Dat is doch gans einfach tou kriegen. Sägg doch denn Fohrer, hei schull wat langsaomer fäuhern..!“
Dei eierste Schouldag…
10.08.2025/KW 33 – Dei eierste Schouldag, so wör dat bi us, un dat sünd aower Sämzig Johr her
Ick har dat Glück, dat ick mit ein Naoberjungen, dei uck so old was wi ick, nao Schoule köm. Dat was dei Pintkendraihers Fränzi. Dei heiten ellinck mit‘n Huusnaom´n Meyer. Aower dor giff et bi us so väle van. Un weil Fränzis Papp‘n, dei Pintkendraihers Hermann, so‘ne Draihbank har, wo man ut Holt väle Saoken un uck lüttke Deile mit maoken kunn, sücke Pintkes, schnacken dei Lüe tou‘n Uteinnännerholln immer van Pintkendraihers.
Dei eierste Dag inne Schoule wör langwielig. Dor wüdd blots‘n bäten rümmekukelt un komische Fraogen stellt: Wo man heiten dö, wat us Papp‘n mök, off man noch mehr Bräuers un Süsters har, wo dei heiten döen, off dei uck all nao Schoule güng‘n, un all so´n Tüterkraom.
Ick har am leiwsten sägg: Dor gaiht di nix van an. Aower, weiß jo wull, so wat draffs nur denken. Dat Schlimmste wör, dat man dei ganse Tied stille sitten möss. Dat wörn wi nu gornich gewohnt. Un wi lange dat düerde. Wat wörn wi doch froh, as wi woller upstaohn un weg kunn‘n.
As wi beiden woller bi usen Huuse anköm‘n, wör us Opa in‘n Goorn tougange: „Na, wi hätt et jou dann gefall‘n?“, frög hei fors, un „gi häbbt et nu gout, userein mott arbeiten. Ick wör jo uck gerne mitgaohn…“
„Opa“, sä ick dorup gans wichtig, „dor bliew blots wäge. Dat dor, dat is doch dei reinste Kinnerei..!“
Opa lachde luuthals los un mennde: „Aower gi käönt doch nu säggen: Wi gaoht all nao Schule, eierste Klasse.“
Dor köm Fränzi tougange. Sien Unkel Jan wör bi dei Baohn un dor dröff hei uck aff un tou eis mitfäuhern: „Von wegen is dat eierste Klasse. Dat sünd aal blots Holtbänke..!“
Dei Arntetied …
03.08.2025/KW 32 – Dei Arntetied …
Nu rullt‘se woller uppe Straoten = dei Maihmaschinen mit‘n Döschkassen dor uppe. So sä man fräuher tou dei eiersten Mähdrescher.
Vandaoge sünd‘se all buld so grot wi lüttke Hüüser. Ehr Muulwark (Schneidwerk), breier as dei Straoten, trekkt se achter sick an. Bi‘t Maihen wedd dat d‘vör stülpt un ruck zuck is aals maiht un döschket.
Wenn ick dor an fräuher denk… Mein Gott, wat wör dat för‘ne Arbeit! Touers dei Saißen horn (Sense dengeln/ schärfen) un dann güng et los: Maihen – wat för stäwige Lüe! Dat Matt (das Gemähte) möss utnaohm’n wern = mit eine besünnere Harken, dei Mattharken, wüdd´n lüttke Bünnel, Garben sä man, tourecht stött, ‘ne Handvull Matt dorvon at Strick naohm‘n un fastebunn´n.
Genauso güng’t läöter mit Maihmaschinen wieter. Bit nao´n Aobend – maihen, utnähm‘n, Garben binn‘n. Naoher köm‘n dei Binner (Mähbinder) up. Dor köm‘n dann all dei fardig bunn’n Garben rut.
Kott vörn Düstern wüdd dann hockt, d. h. dei Garben wüdden, dormit sei bäter naodrögen kunn‘n, schräg aneinänner hochstellt – wi möken dat immer tou twölw. Dei sehgen ut wi lüttke Telten. Nao ein bit twei Wäken wüdden dei Garben dann rinhaolt un in Winterdag wüdd dann döschket.
Dat wör jo massig Arbeit, aower schön wör dei Tied uck. So seih wi dat – et wör nu maol use Jugendtied! Un et wör nich so hektisch at vandaoge. Geselligkeit wüdd grotschräben. Wenn ick allein all an dei Hocken, dei lüttken Telten, denken dou. Dor kunn man nich nur ünner‘t Schuur loopen, wenn‘t rängen dö, nä – dat wör uck för dei, dei‘t drokke harn, ‘ne schöne prikkeligge Liebeslaube… Na dann – väl Spaoss!
Kott verklort = kurz erklört: Maihmaschinen mit’n Döschkassen=Mähmaschine+Dreschmasche oder ganz einfach Mähdrescher; trecken=ziehen; fastebunn’n=festbinden; Düster=Dunkel; ünner’t Schuur loopen=Unterschlupf bei Regenwetter;
27.07.2025
Jeder möcht‘ dei Menschheit ännern – kiener fang bi sick an..
Glöw mi: Wer hannelt, kann Fähler maoken. Wer nich hannelt, hätt denn eiersten Fähler all maokt…
Dorüm: Schuuf nich aals up morgen, denn wenn di dat Spaoß maokt, kanns et morgen jo woller doun…
Praxis is Läben wat passeiert, wenn Theoretiker noch an plaonen sünd.
20.07.2025
Bäten wat van usen Kloukschieter Franz...
Sporsaomkeit heit Geld utgäben, woran man kiene Fraide hätt!
Aower: Van Wohrn un Sporn kummp Häbben van her!
Dei Ünnerscheid tüschken klouk un dickköppig is, vandaoge änners tou denken as gistern!
G`scheite moss aowertügen – Dumme moss aowerräden!
13.07.2025
Disse Wäken bin ick bi dei „Kläönschnacker“ – up nächsde Siet >
Ins Heu juchhe – juchheirassa…..
29.06.2025/KW27- „Ins Heu juchhe – juchheirassa“
Dor kanns wat erläwen. As ick lessen Daogs up ein lüttken Spaziergang an eine Mouerweide vörbi köm, wo noch up olle Ort haielt wüdd, klingelde dor up Maol wat, un dat köm ute Weide un – ut ein Haihoopen! Ick dor hen, un jao – ein Handy. Wo kummp dat dor denn hen..? Un langsaom füng dat bi mi in Kopp an tou rattern. Wat wör dor wull los wän. Un wi wör dat noch in miene Jugend, wi güng dat noch tou inne Haieltied, wat is dor noch van bläben…
Vandaoge kanns kaum noch Weiden finn’n, äöwerall wasst nu dei moderne Urwald (Mais), un wo noch haielt wedd,, süss kien Menschk mehr loopen, bloß grote Maschinen un dornao grote Rundballen. Wenn Kinner Hai hört, denk se an Heuhotel, wenn er fraogs wo dat herkummp, wät dei meistens nich eis, dat et touers Gräss wän is.
„Ins Heu juchhe – juchheirassa“, so heit dat in ein schönet Lied. Doch so schön wör‘t nich immer. Vandaoge wull, mit dei Maschinen. Aower fräuher? Wat wör dat immer för’ne Arbeit! Un gans fräuher – vör miene Tied?
Mien Uropa wör Schlächter. In Winterdag har hei nouch tou doun. Aower in Sommer? Dei lüttke Landwirtschaft brochte nich väl. Deswägen trügg üm dat inne Maitied hen nao Holland. Dor söchden sei för ehre groten Wischken jümmers Lüe toun Gräss maihen.
Mit veier, fiew Mann, Saißen uppe Nacken, poor Sieen Speck un Schwattbrot in Rucksack, marschiern sei gans toufoute hen nao Holland. Dor kennden sei poor grote Buurn, wo sei jedsjohr dei Wischken affmaihen kunn‘n.
Nao drei bit veier Wäken, mit lüttken Sack vull Geld, güng et woller trügge nao dei Heimaot. Dat wör jo ein groten Upwand – aower mott sick wull lohnt häbb´n…
Tou miene Tied, inne sesstiger Johrn, kreegen wi all‘ne Maihmaschinen. Dat wör‘n groten Fortschritt. Aower dat Gräss tou drögen, kosstede masse Maithe. Eiers recht, wenn et leipet Weer wör. Dor wüdd jo noch aals midde Hand, dat heit, midde Harken un Forken maokt. Wenn‘n, schütt‘n, in Geien maoken, räökeln = in lüttke Hööpe sett‘n. Un dann immer nao‘t Weer kieken. Ut‘nänner un woller touhoope – jüss wi dat Weer et touleet.
Un dann uploorn up‘n Ackerwogen, nao Huus hen, up’n Balken sticken, bit baoben inne Ecken, äöwer dei Haohnenbalken, un gout faste treern. Un dat bi so ein heitet Weer. Wat häbbt wi schweit‘t…
Aower schön wör miene Jugendtied uck. Et geew jo tüschkendör Karms off‘‘n änneret Fest. Un wenn man dann ein lüttket Wicht nao Huus bringen dröff… Junge, Junge – so‘n Hairäökel wör wat Genaues – ins Heu juchhe..!
Un nu bün ick woller in dei hütigen Tied. Dat Handy is all schnell woller affhaolt worn – van ein junget Wich. As ick ehr vertellde, wo ick dat funn har, lachde sei un sä, dat sei sick gout erinnern kunn. Er güng et wull wi mi fräuher. Also – dat Spill hätt sick nich verännert = Ins Heu juchhe – juchheirassa!
Hai=Heu; Saißen=Sense; Wischken=Wiese; Maithe=Mühe; Wenn’n, schütt’n=wenden, aufschütten; Hööpe, Hairäökel=Heuhaufen; Haohnenbalken=Querstrebe unter der Dachspitze;
In Lutten rieet se uppe Mutten…
22.06.2025/KW26- – In Lutten rieet se uppe Mutten – Stert in Mund un dann gaiht‘t rund!
Woher kummp dei Schnack? Villich, weil et sick so einfach riemeln lätt. Aower et giff uck lustige G‘schichten dortou. Hier is eine…
Jan un Hinnerk wörn uppe Birse an sträwen, off dat äöwerhaupt güng, up‘ne Mutten tou rieen mit‘n Stert in Mund. Hinnerk: „So ein Blödsinn. Dat gaiht nich, dor kanns du säggen, wat du wullt.“
Jan: „Willt wi wetten“, sä hei, „ick häbb jüss’n poor Mutten inne Weide loopen. Dor sett ick mi up un wies di dat…“
Gesägg, gedaon. Dei beiden schlüngen sinnig üm Jan sien Huuse tou, nao dei Muttenweide hen. Jan lockde dei Mutten ran un schmeet sick bi ein‘n rückwärts drup.
Dei Mutte verjaogde sick un suusde, sei birsde, dei Muttenweide rund.. Aower Jan leet sick nich affschmieten. Hei versöchde doch glatt, dei Mutte in’n Stert tou bieten.
In denn Moment köm Liese, Jan siene Frou, ümme Ecke. „Wat is denn hier denn los?“, röp sei forts los. Dei beiden Kerls kunn’n dor nix up säggen. Dei ein‘n har nouch tou doun, sick fastetouholln, dei ännere bögde sick vör Lachen.
Dei Mutte aower sehg, dat Liese dei Porten ’n lüttket Stück aopen laoten har, wull dor drocke rut, suusde dor liek up tou – un schmeet dorbi Liese rundaowerkopp bisiet, rin in denn Muttenpoul – un Jan flög dor baoben rup.
As Oma Zettken ümme Ecke köm un dei beiden dor upeinänner leegen sehg, brummelde sei vör sick hen: „Wat is dat vandaoge doch för‘ne wunnerlikke Welt. Wenn ick fräuher mit mien Hermann tougange wull, häbb ick mi aower‘n bäteren Platz utsöcht..!
Kott verklort=kurz erklärt: Mutte=Sau; Muttenpoul=dreckige Pfütze; schlüngen=schleichen; birsde=rennen; affschmieten=runterwerfen; rundaowerkopp=kopfüber; wunnerlikk=komisch verwunderlich; tougange=anfangen…
Hushund Harras un dei Bolzen…
15.06.2025/KW25- Hushund Harras un dei Bolzen . .
Dor denk ick jedsjohr an trügge. Wi heit dat doch: So wedd man lästige Gäste los! Aower dei Rege nao…
Tou Pingsten kömen jümmer Tante Mine un Tante Fine up Beseuk bi us. Dat wörn die wekke. So richdige Quasseltanten. Dei hörn gornich woller up tou schnacken.
Los güng dat mit Kaffee drinken. Wat dei’n Kaffee söpen – dor maoks di kien Bild. Use Mamme wör buld twei Stünn’n an Kaffee kaoken. Dat güng domaols nich so schnell as vandaoge – aower dor güng mannig wat dör. Opa wüss dat genau. Hei seet wi immer (Sommer off Winter) achtern Aomt, tellde jede Kann‘n mit un schüddelde jedsmaol mit’n Kopp, wenn use Mamme dei nächsde anschläpde.
Achternao wüdd dat eiers interessant. Dei beiden Tanten wörn gaaans neischkierig und mössen wäten, wi‘t in Gorn un up‘n Lanne utsehg. Dat güng mit aal Mann, mit Kind un Hund, üm Huus tou, äower dei Aonenwenniggen, achtert Kellerhuus langes, naon Gorn hen. Dann wüdd aals bepraohlt, wat sei dor sehgen. Off’se dat sülwes glöwen? Bestimmt nich! Et klüng aower gout.
Uck us Harras köm mit. Dat wör annerförsick ein gans ölligen Hund. Aower änner Lüe ehr Katten – dei kunne nich aff. Un wat dat Mallör wull, jüss vandaoge wörn dei ollen Bolzen woller dor – bi us achtert Kellerhuus.
Dor har miene Süster up usen Affallhoopen (so wör dat fräuher) poor Glas Läwerwusst henschmäten. Dei Gläöser wörn wull aopengaohn un dei Läwerwusst schlecht worn. Jedenfalls wör dei Läwerwusst noch inne Gläöser und dei Bolzen mössen ehrn Kopp in’t Glas stäken, üm dor ran tou kaomen.
Nu köm‘n wi – dat heit us Harras – dorup tou. Junge, sägg di, dunn güng dat rund. Dei Hund stöw los. Dei Bolzen wulln drocke weg, kunn‘n et aower nich, weil se mit‘n Kopp nich so schnell ute Gäöser köm’n. Hals äower Kopp güng dat – Hund un Bolzen pultern dörnänner – mit väl Gefauche liek up us tou, un wat et wull – uck noch jüss tüschken Tante Mine un Tante Fine dör.
Dat wör‘n Geschrei – dei beiden wüssen gor nich wat dat wör. Dei Bolzen mit dat Läwerwusstglass up’n Kopp seegen ja ut wi’n poor Ungetümer van’n ännern Stern. Un dann dat Gefauche mit den Hund – tüschken ehr – hen un her. Mein lieber Mann..!
Dei Schlimmste wör use Opa. Dei stünd achtertou, kunn sick nich woller inkriegen. Hei schüddelde sick vör Lachen un stickde us dormit noch an. Tante Mine un Tante Fine aower, as sei sick einigermaoten beruhigt harn – oder at Harras mit dei Bolzen wieterpultert wör – sehgen us dor lachen – keeken sick an, pücken sick anne Hann‘n, hen nao Huus – wäge wörn se! Sietdem häbbt wi dei beiden nich woller sein. Is wull tou väl wän.
Och so – wenn wi schlächten wüdd sietdem immer eine lüttke Läwerwusst extrao fardig maokt. Dei geew use Opa usen Harras immer tou Pingsten – wat hei sick dor wull bi dacht hätt…