Eine direkte Übersetzung von Platt- auf Hochdeutsch ist oft nicht möglich, bzw. klingt fremd- und eigenartig. Auf Wunsch eines „Hochdeutschen“ habe ich dennoch versucht:
Aohnensägel (ohne Segel – ohne Führung) = einer, der ohne nachzudenken agiert…
Aohnensolt (ohne Salz – ohne Würze) = einer, der geschmacklose Sprüche loslässt…
Aohnenwäten (ohne Wissen – ohne Grenzen) = einer der verrückt spielt, ohne Anstand herumpoltert…
Brägenkläöterig (Kopfklapprig – Brägen ist ein Kopf, bekannt als Schweinekopf; kläöterig heißt stark klappernd) = wirr im Kopf, einer der alles falsch auffasst, nur Verrücktes denkt und redet…
Dag uck = Guten Tag… Ein toubi (ein dabei)= wünsch ich dir auch…
Dat geew langen Haowern (langer Hafer – längere/kräftigere Strafe), mit’n Handstock afdrögen (mit dem Handstock abtrocknen – eine Reibach mit dem Handstock) = in beiden Fällen eine Tracht Prügel…
Fedder Tied – fedder Raot (fedder–fernerhin; Tied-Zeit; Raot-Rat) = Abwarten – gibt Zeit, zum überlegen…
Haohnenträe länger (Hahnenschritt länger) = kleiner Schritt mehr… Bekannter Ausspruch: Hilgen drei Käönige is dei Dag all’n Haohnenträe länger!
Hei köm toustrumpe (er kam zu Fall – er ging kaputt) = unter einer Last zusammengebrochen…
Hei seet besträen uppe Netten Dörn = er saß rittlings auf der Vordertür (Netten = Norden – die Netten Dörn/Vordertür der Bauernhäuser war früher möglichst gen Norden ausgerichet)…
Hölpenköster (Hilfsslehrer) = Mensch, der zwei linke Hände hat…
Holl di munter (Halte dich munter) = Bleib gesund… Holl di fuchtig (Halte dich aufrecht) = weiterhin Kopf hoch… Holl di wat (Halte dich was – bleib so, wie du bist) = Bis dann, auf bayrisch Pfiati (Pfürti)…
Iesenbaohnpaolupundaoldreiher = Schränkenwärter…
Kloukfideln (klug sprechen) verkloukfideln = genau erklären/auseinander legen…
Klei mi an Mors (Kratz mich am Hintern)= Du kannst mich mal… Klei di an Mors (Kratz dich) = Kümmere dich um deinen eigenen Kram…
Klütken = Klöße, die in der Suppe… klütgen = die Kügelchen für die Schneeballschlacht…
Laiwiewerzoppen (faule Weibersuppe) = einfache Suppe/Eintopf ohne Einlage, z. B. Graupensuppe…
Laot‘t Schaop man schieten, Wulle wasst wieter (Egal, ob das Schaf frisst oder sch…, die Wolle wächst weiter) = Nicht aufregen, es läuft alles von alleine…
Mit‘ne Wusst nao‘n Siern Speck schmieten (Mit der Wurst nach einer Saite Speck werfen – austauschen)
= Besserer Tausch. Früher hatte die Saite Speck einen höheren Wert als eine Wurst…
muddeln (schaffen – das kann ich schaffen) mansen, böern (tragen – das kann ich tragen) = für alle drei Begriffe – Schweres erledigen…
Müssen vull Schlaop… (Mütze voll Schlaf) = Das ist eine kleine Pause…
muts = bald, forts = sofort… glieks = gleich… Beispiel: Ick kaom muts -forts -glieks..
Piddewaihen/pirrewaihen = herumtreiben… up’n Ritt = auf der Walz…
Plattpidel (Flachdenker) = trotteliger Mensch…
Schietbüdel (Hosenscheißer) kleiner Wichtigtuer…
Schnöttwassenweer (Schnupfen wachsendes Wetter)= Erkältungswetter…
Schotthaosen (schwere stabile (strapazierfähige) Strümpfe) = sog.Überziehsocken oder auch dicke Strümpfe…
Seelenwärmer (dto) Ünnerjack (Unterjacke) = Leibchen, zusätzliches wärmendes Unterhemd…
Undäögd (untauglich) = unmöglicher Typ…
Wenn’n Hund schmieten wullt, dann finnd´s uck’n Stein. (wer einen Hund etwas nachwerfen will, findet dafür auch einen Stein/einen Gegenstand) = Wer jemanden was unterstellen will, sucht und findet auch einen Grund.
Seih tou = Aufwiedersehen!
Bit änner Maol – hollt jou munter! = Bis zum nächsten Mal – bleibt gesund!